21.02.2020: Ouro Preto und Mariana

Als wir um 7:15 Uhr aufwachen, sind immer noch Feiernde auf den Straßen unterwegs. Uns treibt es nun zum historischen Bahnhof, denn wir wollen mit einer Touristenbahn die 18 Kilometer zur Nachbarstadt Mariana zurücklegen.
Die Bahn benötigt für die Fahrt eine Stunde ohne Halt. Die eingleisige Strecke schlängelt sich an einer Flussschlucht vorbei. Sie führt durch ein grünes Tal, vorbei an hohen Bergen und Wasserfällen. Unterwegs unterhält noch eine dreiköpfige Künstlertruppe, karnevalistisch verkleidet, die wenigen Gäste Zug. Wir verstehen wegen der portugiesischen Texte nichts, doch die Musik ist ganz nett.
Mariana wurde 1696 gegründet und ist eine der ersten Siedlungsstädte in Minas Gerais. Die Stadt ist übersichtlicher als Ouro Petro, verfügt jedoch auch über reichlich schöne Kolonialbauten. Gerade sind diese jedoch meist durch Bühnen und Karnevalsdekorationen verstellt. Zu Tinas Enttäuschung befindet sich die größte und schönste Kirche gerade in einer Komplettsanierung. Daher fällt auch das im Reisführer erwähnte Orgelkonzert um 11:30 Uhr aus. So entscheiden wir uns, den nächsten Zug zurück zu nehmen. Mittlerweile ist es wieder so heiß, dass wir für den klimatisierten Panoramawaggon dankbar sind.
Während Tina sich zu einer Shoppingtour entschließt, fahren wir, Jost und Rainer, mit einem Taxi zur nahen ehemaligen Goldmine „Minas da Passagem“. Mit einer klapprigen Seilbahn rumpeln wir in den Berg. 1719 wurde der Goldabbau von den Portugiesen begonnen, die Mine wurde erst 1985 endgültig stillgelegt. Die Guides erläutern die Geschichte der Mine und die Techniken des Abbaus. Leider nur in Portugiesisch und damit für uns geheimnisvoll verschlüsselt. Wir erkunden einige der Stollen, sehen einen unterirdischen See, in dem man als Sporttaucher nach Gold tauchen kann und sehen einen Schrein für die vielen schwarzen Sklaven, die in der Mine bei den Sprengungen starben.

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