17.02.2020: Rio de Janeiro – Tiradentes

Wir verlassen nun diese Stadt am Zuckerhut, deren unglaubliche Schönheit und viele Highlights sicher noch Stoff für viele erlebnisreiche Tage gegeben hätten. Am kommenden Wochenende wird sie zum Karneval in den Ausnahmezustand geraten. Hotel- und andere Preise werden in astronomische Höhen steigen. Die Stadt wird mit Menschen aus aller Welt, kostümiert in den aufwendigsten Outfits überfüllt sein. Ein wenig konnten wir daran schnuppern.
Unser Weg führt uns in das Landesinnere, den Bundesstaat Minas Gerais. Wir werden nun der Goldroute bis Belo Horizonte folgen. Die Landschaft wandelt sich völlig. Wir queren eine grüne hügelige Landschaft. Goldgräber versuchten in den vergangen Jahrhunderten, zum Teil erfolgreich ihr Glück. Wir steuern unseren Jeep über eine kurvige zweispurige Bergstraße Richtung Westen. Die flach verlaufende Autobahn ist erst in eine Richtung, der Gegenrichtung, fertig gestellt. Von einem Rastplatz haben wir eine Aussicht über die Landschaft, dieser würde als Sterne- Bewertung in jedem Reiseführer als unbedingtes Ausflugsziel markiert werden. Einen Zwischenhalt machen wir in Petropolis. 1825 von Österreichern gegründet, wurde es 1843 zum Sommersitz des brasilianische Kaisers. Mit dem Ausbau der Stadt wurde der deutsche Julius Friedrich Koeler beauftragt, der wiederrum viele deutsche Handwerker verpflichtete. Das Resultat ist ein Ort mit großer Schönheit und Repräsentanz von Villen, die bis heute gepflegt werden. Im Vergleich zu Rio befinden wir uns auf einem andern Planeten, dabei sind wir nur 60 Kilometer gefahren.
Wir schlängeln uns weitere 300 Kilometer durchs Landesinnere um unser heutiges Etappenziel, Tiradentes, zu erreichen. Der Ort aus Brasiliens Gründungs- und Entdeckungszeit glänzt heute mit historischen Gebäuden und ist ebenfalls, wie Paraty, oft Filmkulisse, wenn historische Szenen gedreht werden sollen. In fast 1.000 Metern Höhe ist es deutlich kühler als im glühenden Flachland. Unser gebuchte Unterkunft ist ein Traum, dazu sind wir die einzigen Gäste.
Das empfohlene Restaurant heißt Tragaluz und ist ein Highlight. Wir speisen in einem 300 Jahre alten Gebäude und die etablierten Gastgeber verstehen es, dem Gebäude ein entsprechend stilvolles Ambiente zu geben. Zum Wohlfühlgefühl kommt hinzu, dass der Kellner einige Jahre in der Stadt Brandenburg gelebt hat und uns die komplizierte Speisekarte übersetzen kann. Der Bundesstaat Minas Gerais, in dem wir uns gerade befinden, ist stolz auf seine vielfältige und besondere Küche. Wir landen schon wieder einen Volltreffer!

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