07.09.2019: Nyungwe Nationalpark – Wasserfälle und Kibuye

Das obligatorisch beim Frühstück laufende Fernsehen begrüßt uns mit einer Übertragung der Feiern zur Namensgebung neugeborener Gorillababys. Die Geburt eines Menschenbabys wird groß mit Familien und Freunden gefeiert, die Namensgebung eines Gorillababys hat Volksfestcharakter. Wir fahren zum westlichen Ausgang des Nationalparks, in der dortigen Ranger Station können wir eine geführte Wanderung zu den Wasserfällen im Park buchen. 100$ werden dafür von der Kreditkarte abgebucht, nicht geführte Wanderungen sind nicht erlaubt. Ein kurzes Stück fahren wir weiter zum Ausgangspunkt der Wanderung. Als unser Wanderführer von dem Hotel an diesem Punkt berichtet, in dem Übernachtungen ab 1.600,- $ bis 40.000,- $ möglich sind, bricht bei Alex eine Mischung zwischen lautstarker Ungläubigkeit, Erstaunen und Neugier aus. Er beschließt, die Wartezeit während unserer Wanderung mit der Erkundung des Hotels zu verbringen. Ich hatte die Preise für das „One&Only“ bereits im Buchungsportal bookibg.com gesehen und einen Kommafehler vermutet.

Die Wanderung beginnt tatsächlich an der Hotelanlage, ein Serpentinenweg schraubt sich erst zu einem wilden Bach, später zu den Wasserfällen hinunter und wieder hinauf. Unterwegs beobachten wir wieder ein paar scheue Affen, die um uns herum und in den Baumkronen über uns turnen. Am Ziel angelangt werden wir durch den Anblick eines schönen Wasserfalls in einer traumhaften Landschaft belohnt. Wir wandern den gleichen Weg zurück, diesmal etwas schweißtreibender, da es kontinuierlich bergauf geht.

Wieder am Ausgangspunkt angekommen, beschließen wir, ein Getränk in dem Luxusresort einzunehmen. Über die Empfangshalle des in weitläufigen Teefeldern liegenden Hotels kommen wir jedoch nicht hinaus. Eine Mitarbeiterin und kurze Zeit später der Hotelmanager erklären uns freundlich, dass dies nur Hotelgästen möglich ist. Die Gäste legen Wert auf Sicherheit, Ruhe, und Naturnähe. Zudem werden heute noch Mitglieder der Präsidentenfamilie erwartet, die unter sich bleiben wollen. Die Anreise erfolgt vom nahegelegenen Flugplatz mit dem Hubschrauber gleich bis zum Hotel. Alex ist, wie wir später erfahren, etwas weiter vorgedrungen und konnte sogar ein paar Fotos machen.

Wir fahren zum nahen Kivusee, Ruandas einzigem größeren See. Er bildet die Grenze zum Kongo. Etwa 60 Kilometer folgen wir dem zerklüfteten Ufer, welches nach jeder Kurve wieder ein traumhaftes Panorama bietet. Steile Berge wechseln sich mit sanften Hügeln ab. Ziel ist das Städtchen Kibuye, in der wir ein Hotel gebucht haben. Hier blüht gerade ganz vorsichtig der Tourismus auf. Nach einer kurzen Verschnaufpause auf der Terrasse des Hotels taucht Alex erneut auf. Mit ihm hatten wir heute eigentlich nicht mehr gerechnet. Er überrascht uns mit seinen aktuellen Erkundungen: Für morgen hat er bereits den Preis für eine Bootsfahrt auf dem Kivusee heruntergehandelt (als Ergebnis darf er umsonst fahren und wir zahlen voll) und in der Nähe hat er ein Massagestudio entdeckt. Dies erweckt Josts Interesse und so geht es gleich dorthin. Ich staune, als ich höre, dass die Behandlung 2 ½ Stunden dauert. So verbringt Jost den frühen Abend in der von zwei Damen geführten Spa- Anlage direkt am Ufer des Sees. Alex und ich fahren zum Strand der Stadt, an dem Tische direkt am Wasser aufgestellt sind und ein Kellner kühle Getränke serviert. Wir sitzen in der Dämmerung und beobachten die wenigen Badenden, afrikanische Schönheiten die sich von ihren Begleitern fotografieren lassen und Vögel, die in Kreisen über dem Wasser ihre Beute erspähen und dann in einem Sturzflug senkrecht mit dem Schnabel nach unten in das Wasser stürzen, um ihr Opfer aufzuspießen. Als es fast dunkel ist wechseln wir zu einer Bar in der Stadt. Es ist Samstag und es wird, wie in Afrika üblich, lautstark gefeiert und getanzt. Nun ist es Zeit Jost einzusammeln. Er ist noch nicht fertig, als wir pünktlich ankommen. Letztlich dauert die Behandlung 3 ½ Stunden. Es war eine Komplettrenovierung. Wir beenden den Abend im Restaurant des Moriah Hill Resort, einer westlich orientierten Hotelanlage mit umfangreicher Speisekarte. Alex begleitet uns immer noch und erzählt viel über die ostafrikanische Kultur und die teils für uns fremden Gebräuche.

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