18.08.2017 Camagüey

Eine Stadt als Labyrinth

Wir beginnen unsere Stadtbesichtigung über die bereits gestern Abend erforschten Gassen der Altstadt. Tatsächlich sind die engen Gassen der Altstadt verwinkelt und alles andere als rechtwinklig angelegt. Ein durchqueren mit den amerikanischen Straßenkreuzern, wie wir sein aus anderen kubanischen Städten kennen, ist nicht empfehlenswert. So bestimmen Ladas und Velotaxis das Bild.

Wir pilgern über die Einkaufsstraße und machen „Powershopping“. Wir erstehen Shampoo, einen Deoroller und in einem privaten Shop eine schwarz gebrannte CD mit kubanischer Musik. Der Einkauf der Artikel im staatlichen Laden könnte komplizierter nicht sein: wir stehen an und lassen uns die Artikel zeigen. Die Verkäuferin bringt die 2 Artikel zur zentralen Kasse. Wir stellen uns an die Schlange an. Vor uns kauft jemand 25 Pakete Waschmittel, ein anderer 28 Päckchen Saft. Gottseidank ist die Lieferung der scheinbar für heute angekündigten Hähnchenschenkel, auf die viele warten, erst nach uns eingetroffen, sonst wäre die Schlange ewig lang geworden. Alle 25 Pakte Waschmittel werden ausgepackt und ebenso die Trinkpäckchen. Danach wird bezahlt und alles wieder eingepackt. Am Ausgang, des Ladens, fünf Meter entfernt, erfolgt die Ausgangskontrolle. Alle Waschmittelpakete und alle Trinkpäckchen werden erneut ausgepackt, gezählt, mit dem Kassenbon verglichen und wieder eingepackt.

Nun erkunden wir die touristischen Highlights: den „Plaza San Juan Dios“ mit seinen tollen Parkanlagen. Hochzeitspaare lassen sich hier gerne fotografieren. Ein Velotaxi bringt uns zum nahen „Parque Ignacio Agramonte“, ein lauschiger Ort mit Kolonialbauten. Hier sind wieder einige Galerien zu bestaunen. Es sind einige tolle Objekte ausgestellt und zu erwerben, doch sind die Preise recht hoch.

Wir lassen uns treiben und schlendern noch über andere Hotspots der Stadt. Bei einer Rast in einem Kaffee werden wir immer wieder angesprochen: etliche junge Fahrer, teils Auto-, teil Velotaxi : „Taxi? – Tassi? – Velo? Roundtrip? Tomorrow Havanna?“ – eine kubanische Frau mit Kind in deutscher Sprache : „ich habe viele Jahre in Bremen gewohnt, nun in Kentucky, was macht ihr hier?“ – ein älterer Stuttgarter Herr, ebenfalls in deutscher Sprache: „wie seid ihr unterwegs, wo wohnt ihr, passt auf, jede Menge Italiener und Kanadier! Das Bier hier ist selten und zu teuer. Kartoffelbrei kostet 4,- Euro! Autofahren in Kuba? Viel zu gefährlich. Ich bin sieben Monate im Jahr hier – ein Farbiger klatscht einfach zur Begrüßung unsere Hände – ein italienisches Pärchen gibt uns eine Restaurantempfehlung.

Wir nehmen die Empfehlung des „Lonely Planet“ auf und besuchen die Dachterrasse des „Grand Hotel“. Nur wenige finden diesen Ort, so dass wir hier tatsächlich mal bei einem „Cuba Libre“ rasten können. Der Blick über die Stadt, die Ruhe und der leicht erfrischende Wind sind toll.

Den Abend wollen wir in einem österreichischen Restaurant verbringen. Im Reiseführer steht: „Camagüey besinnt sich damit auf seine Wurzeln“- warum konnten wir noch nicht erfahren.

Ein Österreicher hat hier seine Familie gegründet. Sicherlich sind dies nicht die Wurzeln der Stadt. Er ein tolle Location und ml eine Abwechslung zur kubanischen Küche. Es gibt Weiner Schnitzel mit Kartoffelsalat und Rindergulasch mit Nudeln.   Wir fühlen uns gut bewirtet.

Nach einem Drink in der Bar „El Cambio“, einer Spelunke mit vier Tischen, geht Rainer zu einer Open Air Bar. Zwei Filme gleichzeitig werden an einem maroden Nachbargebäude in toller Qualität projiziert, eine Lasershow sorgt für künstlerische Effekte, Bier wird in fünf Liter Kannen pro Tisch verkauft. In der tropischen Nacht kommt eine tolle Stimmung auf. Ein wenig später komme ich mit einer Kubanerin ins Gespräch, sie lebt in Deutschland will aber immer Kubanerin bleiben – und auch weder zurück kehren.

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