20.02.2020: Tiradentes – Ouro Preto

Ich beginne den Tag mit einem Rundflug mit der Drohne über die Stadt, welche wir heute verlassen. So entstehen noch ein paar schöne Luftaufnahmen.
Wir verlassen die schöne Pouso Alforria und bekommen von der Vermieterin noch ein paar Tipps für die Weiterfahrt nach Belo Horizonte mit auf den Weg.
Über Kopfsteinpflasterstraßen geht es nach ein paar Kilometern auf die Schnellstraße, die uns zum etwa 100 Kilometer entfernten Congonhas führt. Tina hat von einer Basilika gelesen, die mit 12 übergroßen Figuren auf dem Basilikavorplatz ausgestattet ist. In sechs Kapellen, an einem stark abschüssigen Gelände vor der Basilika errichtet, sind Holzfiguren zu sehen, die biblische – und man vermutet auch politische – Interpretationen der Zeit um 1800 – darstellen. Der in dieser Zeit berühmte Künstler Aleijadinho hat dieses Ensemble zwischen 1800 und 1805 errichtet.
Weiter geht es nach Ouro Preto. Von all den schönen Kolonialstädten, die in Minas Gerais verstreut liegen, ist Ouro Preto das Kronjuwel. In der Geschichte spielte die Stadt eine bedeutende Rolle als Mittelpunkt des Goldbergbaus, als Regierungssitz und als Bühne für Brasiliens erste Unabhängigkeitsbewegung. Bis heuet bewahrt sie sich ihre Vitalität als Zentrum für Bildung und Künste sowie einer der meistbesuchten Touristenziele Brasiliens.
Was wir zum Zeitpunkt unserer Buchung des Hotels nahe dem zentralsten Platz der Stadt nicht beachtet haben, ist dass wir am Donnerstag vor dem Karnevalswochenende anreisen. Dies ist auch hier der Beginn der Festivitäten. Wir schaffen es gerade noch vor dem Hotel vorzufahren und unser Gepäck auszuladen, bevor die enge Altstadt abgesperrt wird. Die Stadt besteht aus steil ansteigenden Gassen und Sträßchen mit 23 Kirchen. Nachdem wir einige der größten Kirchengebäude besucht haben (Tina und Jost können gar nicht genug davon bekommen), schlendern wir durch die immer voller werdende Stadt und können einen kleinen Karnevalsumzug beobachten.
Wir essen Steaks im „Bene da Flauta“, ein gutes Restaurant in einem alten Herrenhaus in der Altstadt, bevor wir erneut einen Rundgang durch die Altstadt machen. Es ist verhältnismäßig ruhig, und dabei schon 22:00 Uhr. Gibt es wohl doch nichts mit dem Karneval? Während wir einen Drink in einem Restaurant im 1. Stock nehmen, werden die umherziehenden Karnevalisten immer zahlreicher, die Musik und die Gesänge immer lauter. Als wir die Bar gegen 23:30 Uhr verlassen, sind die Straßen berstend voll. Einen Versuch, mit den Massen mit zuschwimmen brechen wir ab und gehen erneut in die Bar. Unglaublich, was nun los ist. Ouro Preto ist eine Studentenstadt, damit sprengen wir den Altersschnitt deutlich. Gegen 1:30 Uhr erreichen wir mühsam unser Hotel. Im Zimmer ist es so laut, als wenn man Altweiberdonnerstag ein Zelt auf dem Heumarkt in Köln aufgeschlagen hätte. Dank Ohropax kommen wir zu etwas Schlaf.

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