15.02.2020: Rio de Janairo: Copacabana, Favela Rocinha, Altstadt und Salsa

Um 7:30 Uhr mache ich eine kleine Strandwanderung und staune, was am frühen Samstag schon los ist. Es wird ein Wettkampf ausgetragen, die ersten Sonnenanbeter besetzen die Liegestühle und Jogger, Hundebesitzer und Spaziergänger genießen die Sonne bei noch angenehmen Temperaturen.
Wir konnten den Tourguide Guilherme, den die beiden Portugiesen in Paraty empfohlen hatten, erreichen. Er holt uns um 10:00 Uhr zu einer Führung durch seine Heimat, dem Armenviertel (Favela) Rocinha ab. Er ist ein begeisternder Führer und erzählt uns von dem Alltag in dem Viertel, in dem alles für ein funktionierendes Leben enthalten ist. Dies Favelas sind in der Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren entstanden. Es gibt nur wenige offizielle Straßen, unzählige einfachste Wohnungen an unbenannten Gässchen ohne Hausnummern klammern an einem Berg Von einer der obersten Häuser, auf einer Terrasse, hat man einen guten Blick über die Favela, die benachbarten Berge und sogar einen großen Teil von Rio. In den Favelas herrschen eigene Gesetze, die Polizei hat die Gewalt verloren. Dennoch versichert unser Guide, dass es hier sicher ist, solange man sich an die Regeln hält. Wir fühlen uns nicht unwohl in den verwinkelten steilen Gassen, in denen alle denkbaren Gerüche in die Nase steigen und es scheinbar alles zu kaufen gibt. Motorradtaxis sind das häufigste Fortbewegungsmittel, in die Stadt fahren öffentliche Busse. Palaver findet an jeder Ecke statt. Alles ist eng und alles wird offen ausgetragen. Die Wände sind dünn und jeder Einwohner hat nur wenige Quadratmeter. Die Privatsphäre ist gleich Null. Eine Kirche aus den 1940er Jahren ist der Stolz der katholischen Favela- Bewohner. In einem kleinen Restaurant werden wir gut bewirtet.
Schließlich besuchen wir noch einen befreundeten Künstler, Marcos Rodrigo. Sein Leben besteht aus Graffiti- Kunst, Cartoons und Bildern. Er war schon in vielen Ländern, unter anderem auch zweimal in Deutschland. Wir kaufen zwei seiner Bilder. Er arbeitet unter dem Namen Wark da Rocinha.
Schließlich verabschiedet unser Guide sich in der nagelneuen Metrostation von uns. Wir fahren 13! Stationen in die Altstadt, wo wir einige der historischen Gebäude aus den Jahren um 1900 sehen möchten. Die Vorbooten des Karnevals sind überall zusehen: Engel, Teufel, Indianer, Fantasiekostüme, Männer in Röcken, etc.. Am Samstagnachmittag haben alle Geschäfte geschlossen, so können wir das historische Theater und andere Gebäude der Zeit um 1910 in Ruhe betrachten und gleichzeitig etwas Karnevalsflair einfangen. Den Abschluss finden wir beim Besuch der Kathedrale Rios, einem Bau, der in den Jahren 1964 bis 1979 errichtet wurde. Sicherlich ist der im Volksmund „Bienenhintern“ genannt wird, nicht jedermanns Geschmack.
Den Nachmittag verbringen wir mit einem Spaziergang entlang der Copacabana. Da ein Touristenbüro auf der Strecke liegt, können wir gleich Tickets für eine Zugfahrt zur Jesusstatue kaufen. Diese Tickets sind im Voraus zu buchen.
Unser abendlicher Programmpunkt ist das „Salsa Experience“ in Rio. Die im Hotel gebuchte Tour führt uns in einem Kleinbus zu einer Festhalle an der anderen Seite der Stadt gelegen. Auf einer Bühne wird eine Show (wir sehen die Wahl der schönsten Salsa- Tänzerin und eine Trommlergruppe) moderiert. Natürlich in Portugiesisch, wir verstehen nichts. Das eigentliche Programm beginnt erst um etwa 23.20 Uhr. Da wir um 12:00 Uhr schon wieder zum Hotel abgeholt werden, bleibt dies ein zweifelhaftes Vergnügen.

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