09.02.2020: Maresias – Parati

Wir verlassen das beschauliche Maresias und fahren die Küstenstraße nordwärts mit dem Ziel Parati. Anfangs reihen sich die Zufahrten zu den am heutigen Sonntag sehr gut besuchten Badestränden aneinander. Die Fahrt wird lang, für die 200 Kilometer benötigen wir vier Stunden. Unterwegs machen wir an einem Strand, dem „Praia Barra Seca“ halt. Ein schmaler 500 Meter langer Weg führt von der Hauptstraße zu einem Naherholungsidyll. Wir genießen die Mittagszeit ohne ins Wasser zu gehen, dafür vertilgen meine hungrigen Begleiter und ich reichlich Batatas Frita (Fritten) und Lula (Tintenfischringe).
Gegen 14 Uhr erreichen wir Parati. Wir wohnen im wunderschönen Hotel „Pousada do Principe“. Später werden wir noch die Tochter des Geschäftsführers kennen lernen, die uns erklärt, dass das Hotel einem brasilianischen Prinzen gehört. Der Prinz ist allerdings machtlos, denn Brasilien ist kein Königreich mehr. Kaum eine Stadt in Brasilien hat eine vergleichbare Lage an einer mit Inseln übersäten Bucht vor dem Hintergrund steiler dschungelbedeckter Berge. Das koloniale Zentrum ist wunderbar erhalten und gilt seit 1966 als nationale historische Städte. Elegante weiße Gebäude mit bunten Schmuckleiste und Gitterfenstern säumen die verkehrsberuhigten Straßen und verschmelzen harmonisch mit der Schönheit der Natur ringsherum. Die Stadt zu erkunden macht Spaß, bloß sollte man achtgeben, dass man auf den unregelmäßigen Kopfsteinen nicht umknickt.
Die Stadt ist ein Touristenmagnet, so gibt es zahlreiche Geschäfte mit typischen Touristenartikeln, etliche Hotels und Restaurants. Fünf Kirchen und ein Hafen sind ebenfalls zu finden. Die Stadt dient außerdem vielen Filmen als historische Kulisse, denn ein solch makelloses historisches Stadtbild ist selten zu finden.
Den Abend verbringen wir im Restaurant „Quintal das Letras“, einer Empfehlung der App „mapsMe“. Diese Empfehlung ist ein Volltreffer, es stimmt alles: Ambiente, Wein, Essen, Service. Dies würde zuhause sicher unser Stammlokal. Danach schauen wir uns ein paar hundert Meter weiter, im Zentrum der historischen Altstadt, ein öffentliches Musikspektakel an. Die Amateurkünstler der Folkloremusik haben am späten Sonntagabend noch viele Zuschauer.

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