30.01.2020: Zurück in die Hauptstadt

Um kurz nach Sechs versuche ich erneut rund um das Wasserloch ein paar größere Tiere aufzutreiben. Das ist wieder erfolglos, dafür ist die Kühle des Morgens eine willkommene Erfrischung. Das Profil der Schuhe setzt sich schnell mit dem Lehmboden zu, es wird eine Rutschpartie.
Zusammen mit zwei Backpackern, die ein Jahr durch Südamerika touren, möchte ich zum etwa 50 Kilometer entfernten Salzlagune fahren. Dort sollen Flamingos zu sehen sein. Danach soll es wieder nach Asuncion gehen.
Nachdem wir eine der seltenen asphaltierten Straßen verlassen haben geht es Richtung Loma Plata. In einer Kurve bemerke ich, dass es dem Auto geht wie mir bei der morgendlichen Wanderung. Eine dicke Lehmschicht haftet rund um die Reifen. Auf dem feuchten Untergrund wird die Fahrt zur Rutschpartie. Im Stand rutschen wir an den noch weicheren Straßenrand. Wir sauen uns Barfuß bzw. mit Badeschlappen so richtig ein, das Auto bewegt sich jedoch nicht mehr. Doch nach wenigen Minuten kommt ein Pickup- Fahrer vorbei, holt sein Seil von der Ladefläche und zieht uns wieder auf die Straßenmitte. An der nächsten Abzweigung versuchen wir noch einmal den geplanten Weg zu fahren, doch die Rutschpartie ist zu riskant. Wir wenden und nehmen nun Kurs auf Asuncion. Im Radio werden wir vom Mittelwellensender ZS30 begleitet, der von deutschen Mennoniten betrieben wird. Ein Programm wie aus den 1950’ern: Friseursalon Ingrid veranstaltet ein Fest, der Besitzer eines verlorengegangenen Motorradnummernschildes wird gesucht, etc.
Die 470 Kilometer Landstraße sind zwar kein Pappenstiel, doch ist die Fahrweise der Paraguayer und der Verkehr sehr entspannt, so dass wir kurz nach Sechs relaxt in Asuncion ankommen.
Den Abend verbringe ich mit einer weiteren Restaurant Empfehlung, der „Bar San Roque“. Das stylische Restaurant mit Kellnern in Fliege und Anzug hindert mich nicht daran, mangels Hunger nur ein Empanada und ein Bier zu bestellen, so dass ich das Nobelrestaurant mit einer Rechnung von 4,- Euro verlasse.

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