18.09.2019: Schimpansen Im Kibale Nationalpark und „Natural Walk“

Wir fahren nach dem Frühstück zur Rezeption des Kibale Nationalparks. Nach der Anmeldung gibt es ein kurzes „Briefing“ und dann machen wir uns zusammen mit einer Führerin auf den Weg in den Regenwald. Weit über tausend Schimpansen leben in Familien in diesem Nationalpark, die größte Population in einem geschlossenen Gebiet weltweit. Es sind nur einige Familien an die Gegenwart von Menschen gewöhnt. Diese wollen wir suchen. Schimpansen sind die Attraktion des Parks, jedoch gibt es weit mehr Primatenarten, die im Park zu finden sind. Es geht kreuz und quer durch den dichten Wald. Unsere Führerin hat über Funk Kontakt mit anderen Führern und kann uns so an die richtigen Stellen führen. Nach einer Weile geht ein Clanchef an uns vorbei. Dem müssen wir hinterher, er will sicher zu seiner Familie. Was gemächlich aussieht entpuppt sich für uns als eine anstrengende Verfolgung. Äste, beißende Waldameisen und große Raupen sind die Hindernisse. Nach einer Weile haben wir die Familienmitglieder gefunden: sie turnen in den hohen Baumkronen und frühstücken dort die jungen Blätter.




Eine Jagd mit den Kameras beginnt. Ab und zu werfen die Schimpansen ein paar Äste herunter, auch wird gerne mal gepieselt. Kurze Zeit später finden wir ein ausgewachsenes Tier, dass sich in Bodennähe aufhält. Toll, die Tiere in Freiheit zu beobachten.


Nach einer Stunde in der Nähe der Familien schließen wir den Besuch des Parks mit einem Rundgang durch den Regenwald ab. Unsere Führerin ist bewaffnet, denn auch viele wilde Waldelefanten leben hier. Nach der Mittagspause in der Lodge holt Tyson uns wieder ab. Wir werden zu einem Repräsentanten einer kleinen Dorfgemeinschaft gefahren. Er führt uns durch die Umgebung seines Dorfes und erklärt einiges zu Flora und Fauna. Nach einer guten Weile erreichen wir das kleine Dorf, ein Schmied fertigt Werkzeuge wie vor etlichen Generationen. Nachdem wir die Herstellung eines Flechtwerkzeuges betrachtet haben, beobachten wir die Korbflechterinnen. Sie benötigen für die Herstellung eines einzigen der kleinen schweren Körbe vier Tage. Wir kaufen den letzten verbliebenen Korb, denn gestern war Markttag und fast alles ist verkauft. Für einen neuen Brötchenkorb zuhause ist also gesorgt. Beim Verlassen des Dorfes haben sich die Kinder brav aufgestellt und es gibt ein kleines Konzert für uns. Wir erwidern mit einem Gegenkonzert. Der eine oder andere Schilling bleibt im Dorf. Es geht zurück, vorbei an der Fischzucht und einer Wasserstelle. Alles ist sehr einfach gehalten und hat mit dem Leben in unserer Zivilisationsgesellschaft fast nichts gemeinsam.




Wir erreichen müde wieder unsere Lodge. Kurz nach unserem Eintreffen macht der Regenwald seinem Namen alle Ehre. Es gibt einen kräftigen Schauer bei gleichzeitig tiefstehender Sonne. Ein schöner Regenbogen umschließt die Lodge.

Als Jost die Treppe vom Restaurant hinabsteigt, vertritt er sich. Nicht Vulkane, Wanderungen durch dichten Regenwald – nein, die zwei Stufen zum WC sind eine Herausforderung! Damit ist das Abendprogramm gesichert: Nach dem Stromausfall am Tag wird das restliche Eis zusammengekratzt, eine Lage konstruiert, die das Bein hochlegt. Ein Erste Hilfe Mann wird mit einer kühlenden Salbe herbeigezaubert und gute Worte verabreicht. Wir hoffen, dass die Schwellung schnell wieder zurück geht.

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