13.09.2019: Kigali – Entebbe

Eine lange Strecke von etwa 530 Kilometern afrikanischer Landstraße liegt heute vor uns. Daher brechen wir bereits kurz vor Sieben auf. Zuvor genießen wir unser letztes Frühstück in Ruanda auf der schönen Terrasse am Pool. Es heißt Abschied von Ruanda zu nehmen, einem sehr schönen Land:

Was wir in Ruanda gesehen haben:
· Eine faszinierende abwechslungsreiche Bergwelt
· Sehr freundliche und liebenswerte Menschen.
· Viele Fahrräder
· Wenige LKW’s, keine Landmaschinen
· Fernstraßen in einem ausgesprochen guten Zustand
· In Dörfern bunt gestrichene Häuser, oft von großen Unternehmen gesponsert: MTN (Mobilfunk), Primus (Bier), Mützing (Bier)
· Fast immer sind viele Menschen auf den Straßen, oft mit großen Lasten auf dem Kopf. Sogar ein großer Korb mit Backsteinen war dabei. Was wir in Ruanda gesehen nicht haben:
· Extreme Armut
· Korruption, unfreundliche Polizisten
· Ein Gefühl der Unsicherheit Nach etwa eineinhalb Stunden ist die Grenze zu Uganda erreicht. Wir sind erstaunt, wie wenig Verkehr auf dieser Strecke herrscht. Dennoch benötigen wir knapp eine Stunde für den Grenzübertritt. Das liegt jedoch hauptsächlich an Alex, der eine Geldüberweisung über „Moneytransfer“ vornehmen möchte. Die eigentlichen Grenzformalitäten klappen einwandfrei. Wir wechseln zum Linksverkehr, in Uganda gaben zur Kolonialzeit die Briten den Ton an. Uganda befindet sich in einer anderen Zeitzone, wir stellen die Uhren eine Stunde vor.

Auch in Uganda sind die Straßen in einem sehr guten Zustand, jedoch spiegeln die an der Straße liegenden Dörfer und Städtchen einen deutlich niedrigeren Standard als in Ruanda wider.

Die gebirgige Landschaft wird nach und nach flacher. Wir befinden uns auf einem Hochplateau auf etwa 1.400 Meter. Das hindert die Temperaturen trotzdem nicht daran auf Werte um die 30 Grad zu steigen. Alex gibt seit der Grenze wieder richtig Gas. Ich, Rainer, befinde mich nun gar nicht mehr im Komfortmodus. Ich bin sowieso schon nicht der beste Beifahrer, doch bei 110 km/h in Ortschaften werde ich laut. Die Reaktion ist gleich Null. Das Grinsen wird mit der Antwort ergänzt „50 is only a sign“, also frei übersetzt: „wen interessieren denn schon die Schilder“. Die Landschaft wird immer flacher und am Viktoriasee ist es flach wie am Niederrhein. Am Straßenrand stehen nun Händler mit riesigen Fischen zum Verkauf, der See ist scheinbar ein tolles Fanggebiet. Ganz unscheinbar steht etwa 80 Kilometer ein Schild am Straßenrand: „Equator“. Das habe ich mir imposanter vorgestellt. Dennoch muss Alex wenden, das möchte ich fotografieren.

Vor Kampala, der Hauptstadt Ugandas wird der Verkehr zäh und ich vermute ein sehr spätes ankommen. Doch an der Abzweigung zu Entebbe biegen wir auf einen nagelneuen „Expressway“ ab, eine neue Straße die europäischen Autobahnen das Wasser reichen kann. Die noch im Testbetrieb befindliche Mautstation zeigt an, dass diese Straße demnächst gebührenpflichtig ist. So sind wir kurz vor Sechs Uhr in unserem Hotel am Viktoriasee. Wir trennen uns nun, nach 2.200 Kilometern von unserem treuen Fahrer Alex. Ein herzensguter Kerl, der uns einen Einblick in das moderne afrikanische Leben vermittelt hat. Er wäre ein toller Niederrheiner (meine Heimat) geworden: Der Niederrheiner weiß nichts, kann aber alles erklären. Leider ist er etwas „beratungsresistent“ was die Verkehrsregeln angeht. Heute war ich mir in zwei Situationen nicht ganz sicher, diese Fahrt unbeschadet zu überstehen. Wir gehen nun gleich zum Strand des Viktoriasees. In einem der Lokale führt eine burundische Trommlergruppe ihre Musik mit den typischen Springvorführungen auf. Diese Trommler sind typisch für Burundi, wir haben sie im Land jedoch nicht gesehen. Die hier in der Touristenmeile aktive Gruppe bietet eine tolle Performance und ist sehr ausdauernd. Vor dem Mond am Ufer des Sees ein tolles Bild.





Nun warten wir auf unser Freunde Claudia, Catha, Bernd und Christian, die heute Abend aus Europa ankommen. Der nächste Reiseteil steht auf dem Plan. Catha und Christian sind gegen 23:00 Uhr da, auf Claudia und Bernd müssen wir wohl bis morgen warten. Wir freuen uns, uns wiederzusehen und sind gespannt, was uns die nächsten Tage erwartet,

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