05.09.2019: Ausreise nach Ruanda

Alex begrüßt uns mit seiner afrikanischen Fröhlichkeit und berichtet, dass wir mit dem Parteivorsitzenden der Regierungspartei Burundis im selben Hotel übernachtet haben. Na dann weiß er ja, was man noch verbessern kann. Wir entschließen uns dazu, die geschäftige Regierungshauptstadt schnell zu verlassen. Zuvor wird noch einmal eingekauft. Alex vermittelt, was in den Teigtaschen, die in dem kleinen Geschäft angeboten werden, so alles enthalten ist.

Es sind noch etwa 100 Kilometer bis zur Grenze. Wieder erledigt unser Offline- Navi gute Dienste, denn Alex ist erstklassig darin damit anzugeben was er alles weiß, aber dahinter steckt nicht viel. So ist es auch mit der Orientierung. Kurz vor der Grenze machen wir noch einen Fotostopp. In einem breiten Tal wird Reis angebaut und wir staunen, wie viele Menschen auf den Feldern arbeiten. Nach der Fotopause werden wir gleich wieder angehalten. Eine Diskussion mit einer Polizeikontrollstelle beginnt, die habe ich versehentlich mit aufgenommen. Ich lösche das Bild vor den Augen der Staatsgewalt und alles ist gut.

Nach wenigen Kilometern reisen wir aus Burundi aus, was völlig unproblematisch ist. Viel langwieriger ist die Einreise nach Ruanda. In Deutschland haben wir auf elektronischem Weg East-Africa-Visa beantragt, mit denen wir nach Ruanda, Uganda und soger Kenia einreisen dürfen. Per Mail kam eine Genehmigung. Diese zeigen wir nun vor und aus dem Tresor werden jetzt Visa- Aufkleber geholt und in unseren Pass eingeklebt. Dies kommt scheinbar nicht oft vor, denn die Eintragungen rauben den Grenzern und uns einige Zeit. Dann erfolgt die Gepäckkontrolle. Wir müssen jedes Teil aus unseren Taschen auspacken und auch den Inhalt der Kulturbeutel einzeln auf dem Tisch aufbauen. Zwei Plastikbeutel werden konfisziert und sofort entsorgt, die Einfuhr ist in Ruanda verboten und sogar strafbar. Alles verläuft reibungslos und nach einer Stunde sind wir in Ruanda. Alex hatte uns schon vorher gesagt, dass er in Ruanda anders als in seinem Heimatland fährt, da hier strenge Regeln herrschen. Das er nun aber kontinuierlich auch auf Landstraßen 40 fährt, halten wir für stark übertrieben. So versuche ich im Internet zu erfahren, was die zugelassene Geschwindigkeit ist und erfahre nebenher, dass Burundi das einzige Land der Welt ist, in dem es keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, sowohl inner- als auch außerorts. Unsere Einwände, dass 80 auch in Ordnung sind, helfen nichts. So fahren wir mit 40 km/h in den etwa 100 Kilometer entfernten Nationalpark Nyungwe im Südwesten des Landes, Wir sind in einer anderen Welt. Das Land der 1000 Berge, wie Ruanda auch genannt wird, unterscheidet sich bezüglich der Infrastruktur und der Lebensverhältnisse sehr stark von seinem Nachbarland. Die tadellosen Straßen mit Leitplanken führen über Umgehungsstraßen an Dörfern vorbei. Alles wirkt aufgeräumt, es gibt Bürgersteige, die Häuser sind meist in einem ordentlichen Zustand. Wir sehen jedoch auch wieder Menschen, die ihre schwer bepackten Fahrräder mühsam den Berg hinaufschieben. Doch insgesamt scheint es mit diesem Land steil bergauf zu gehen.

Wir erreichen am späten Nachmittag die Nyungwe Nziza Ecologdge, in der wir eine kleine Hütte mit Bergblick genießen. Die kleine Anlage liegt auf 2.400 Metern Höhe an einer Teeplantage. Gleich dahinter beginnt der Nyungwe Nationalpark, ein großes Regenwaldgebiet, in dem wir morgen wandern möchten. Wir werden freundlich empfangen und nach einem zünftigen Abendessen endet der Abend gemütlich am täglich seitens der Lodge betriebenen Lagerfeuer im Garten.

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