09.09.2017 Porto, 1. Tag

8. Reisetag – 0 Kilometer

Wir haben uns mit Carlos verabredet. Unser Freund lebt eigentlich in Berlin. Porto ist jedoch seine Heimatstadt, die er gerade für ein paar Wochen besucht. Wir fahren mit dem Bus in die Stadt. Die Endhaltestelle, der zentrale Busbahnhof, liegt gleich neben der Endhaltestelle für die historische Straßenbahn. Wir kaufen ein Ticket für eine Fahrt durch die Altstadt und zurück. Die über 100 Jahre alte Tram scheppert gemächlich über große Plätze und durch enge Straßen. Dabei sind große Höhenunterschiede zu bewältigen, denn die Stadt ist wie Lissabon vom Ufer des Flusses den Berg hinauf gewachsen.

Nach diesem Erlebnis empfängt uns Carlos und wir beginnen eine Tour zu Fuß quer durch die Altstadt. Wir sehen den Dom, wandern über die von Eiffel erbaute mehrstöckige Brücke zum gegenüberliegenden Ortsteil Gaia. Immer wieder eröffnen sich imposante Aussichten. Das Ufer des Rio Douro, der die Stadt teilt, sind sehr steil und wurden im Laufe der Jahrhunderte bebaut. Ein beeindruckendes System aus Teppen, Tunneln und einer Standseilbahn sind das Resultat. Während die Altstadt von Porto mit Wohnhäusern, vielen Kirchen, Restaurants und Läden das eine Ufer säumt, findet man auf der Uferseite des Stadtteils Gaia die großen Lagerhäuser mit Portwein. Über den Fluss wurden sie früher mit Wein beliefert und über den nahen Atlantik in alle Welt verschifft. England bezog wegen der häufigen Streitereien mit Frankreich gerne Wein aus Portugal. Dieser verdarb bei den langen Überfahrten. Das Problem wurde gelöst, in dem man ihm Weinbrand zusetzte. So war der Portwein geboren.

Wir passieren den „Praca di Ribeira“, der Platz an dem im Mittelalter die ersten Häuser standen und von dem aus die Stadt wuchs.

Nach einem Glas Wein in einem der tollen Cafés am Flussufer kaufen wir ein Metroticket. Mit der modernen Bahn fahren wir an den Stadtrand. Hier wohnt Carlos. Mit seinem Auto fahren wir nach Matosinhos. In diesem schon außerhalb der Stadtgrenzen gelegenen Viertel wurde ein moderner Hafen am Atlantik errichtet, da der Stadthafen am Fluss immer wieder versandete. Unser Ziel ist ein einfaches Fischrestaurant, ein Geheimtipp unseres Insiders. Der „Pulpo“, also Tintenfisch und die Seezunge sind fantastisch zubereitet und so frisch, dass das Fleisch fast von den Gräten fällt. Es ist schon 23 Uhr, als Carlos uns in die Stadt zurückfährt. Diesmal nimmt er die Route am Atlantik- und am Flussufer entlang bis zum Zentrum. Die Nacht taucht die hell erleuchtete Innenstadt und das gegenüberliegende Flussufer mit seinen großen Leuchtschriften der Portweinmarken in ein stimmungsvolles Licht. Die Straßen der Altstadt sind nun mit Autos völlig verstopft. Die Portugiesen lieben das Nachtleben. Wir gehen die restlichen Meter zu Fuß und sind damit eindeutig schneller als die Autos. Dankbar verabschieden wir uns von unserem privaten Tourguide.

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