11.08.2017 Cienfuegas

Die Stadt Cienfuegas

Wir verlassen unser etwas anonymes Casa Particular „Enrique“. Erneut führt uns der Weg nach Playa Girom, von dort fahren wir die nun ganz schmale Küstenstraße bis zum Caleta del Toro. Dies ist ein angelegter Strandbereich, an dem vor allem Einheimische Erholung suchen. Man bezahlt einen „All-Inclusive-Eintritt“ und hat Liegen, Essen und Getränke den ganzen Tag lang frei. Wir staunen, wie viele Kubaner die 15 CUC, also 15 US$ pro Person aufbringen. Da wir nur kurz ins Meer wollen kehren wir um und gehen ein paar Kilometer entfernt an einer flachen Stelle ins Meer. Fast leere schnurgerade Straßen führen uns in die Stadt Cienfuegos. Hier siedelten sich im 19. Jahrhundert französische Kolonialisten an und versuchten Ihre Kultur zu verbreiten. Wir sind gespannt auf die Stadt, die zudem im August Karneval feiert. Wir beziehen die Casa Particular „Regla Estevez“, auch „Puchy“ genannt.
Cienfuegos macht einen aufgeräumteren Eindruck als die bisher besuchten Städte. Wir schlendern durch die Fußgängerzone und gelangen zum zentralen Platz der Stadt „Parque Jose Marti“. Um ihn sind die bedeutendsten Gebäude Cienfuegos aufgestellt: derTriumphbogen, das „Teatro Tomas Terry“, die „Catedralde la Purisma Conception“ und das „Casa de la Benjamin Duerte“. Letzteres ist eher ein Palast, der sich gerade in der Renovierung befindet. Er wird von einem kleinen Türmchen gekrönt. Die gusseiserne Treppe können wir hochkraxlen und haben einen tollen Ausblick auf die Stadt. Zwischen den Gebäuden kann sind In den Häusern Galerien zu finden in denen regionale Künstler ihre Objekte ausstellen. Das Theater aus dem Jahr 1889 war damals sicher eine Sensation. Wir können es gegen eine kleine Gebühr besichtigen. Nach soviel Kultur kehren wir in ein kleines Restaurant im ersten Stock in der Fußgängerzone ein und nehmen einen Nachmittagscocktail auf dem Balkon. Wir beobachten das Treiben in der Stadt, die Geschäfte schließen. Wir gehen zurück zum Hostal, dort wird heute unser Abendessen gekocht. Die privat betriebenen „Casa Particulars“ bieten fast alle diesen Service an, dabei kann man in Abhängigkeit von der Kochkunst der Hausherrin oder des Hausherrn tolle Glückstreffer landen. Wir haben heute Glück.
Nun treibt es uns wieder auf die Straße: wir haben das Riesenglück, dass wir an einem Wochenende im August in Cienfuega sind, dann findet nämlich der Straßencarneval statt. Dazu wird der Malecon (Straße am Ufer) gesperrt. Festwagen, Fußgruppen, Musikgruppen und tanzende Einheimische ziehen durch die Straßen. Am Rand sind Imbiss- und Getränke wagen aufgestellt. Wegen der Hitze startet das ganze erst um etwa 9:00 Uhr und dauert die ganze Nacht. Tolle Kostüme sind zu bewundern. Schließlich wird ein Feuerwerk vom Festplatz aus gezündet. Kuba Libre und Bier fließen in Strömen. Nachdem wir alle Wagen und Gruppen gesehen haben geht Rainer noch in eine kleine Bar im Zentrum. Dort komme ich mit einem Kellner ins Gespräch. Interessiert höre ich seine Ansichten an, die sich von denen unseres Stadtführers in Havanna deutlich unterscheiden. Er fühlt sich wie in einem großen Gefängnis in Kuba. Einen Reisepass können junge Leute nur theoretisch erhalten, denn die Auflagen sind für sie nur kaum erfüllbar. Dazu kommen die Einreisebestimmungen der Wunschreiseländer, die Kubanern oft keine Einreise gewähren. Er hofft auf viele Veränderungen in seinem Land.

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