16.08.2017 Atlantikküste

Strandsuche

 

Vor unserem Ausflug an die Küste besuchen wir eine wichtige Gedenkstätte in Santa Clara, das „Monumento a la Toma del Tren Blindado“. Hier hat „Che“ Guevara und eine Gruppe von 18 Revolutionären am 29. Dezember 1958 mit einem Bulldozer und selbst gebauter Molotow- Cocktails einen gepanzerten Zug zum Entgleisen gebracht. Über Informanden hatte er erfahren, dass 350 Soldaten des damaligen Diktators Batista mit dem Zug seiner Armee in Havanna zu Hilfe kommen sollten. Dieser Anschlag besiegelte das Ende der Batista Diktatur und leitete die 50- jährige Regierungszeit Fidel- Castros ein. Die Wagons stehen heute neben den Gleisen, sind als Museum zugänglich.

Wir folgen der Straße weiter zum küstennahen Ort Remedion. Reiche Familien waren im 18. Jahrhundert in diesem Ort ansässig und hinterließen eindrucksvolle Kolonialgebäude. Die Familien litten unter den ständigen Angriffen von Piraten und entschlossen sich, nach Santa Clara umzusiedeln. Kubas Regierung hat vor wenigen Jahren beschlossen, Remedion als touristisches Ziel herauszuputzen. So können wir heute zwischen restaurierten Hotels und netten Altstadtkulissen flanieren.

Nach dieser Rast finden wir sechs Kilometer weiter das eher schäbige Hafenstädtchen Caibarien vor. Unser Plan ist zu den kubanischen Keys zu fahren. Dort hat sich in den letzten Jahren eine hochpreisige Hotellandschaft an den Sandstränden entwickelt. Die meisten Touristen kommen aus Kanada. Auf der schmalen Inselkette ist auch ein internationaler Flughafen, so dass die meisten der dort anreisenden Touristen eigentlich nichts von Kuba sehen. Wir dagegen werden nichts von den Keys sehen, denn dummerweise haben wir unsere Reisepässe im Hostal vergessen. Die Keys sind durch eine Polizeistation abgeriegelt und Führerschein und nationaler Personalausweis reichen den Ordnungshütern nicht zur Weiterreise. So kehren wir um und besuchen den als Badestrand in der Karte ausgewiesenen Ort Yaguajay mit dem Hotel Victoria. Als wir ankommen stellen wir fest, dass kürzlich fast alles aufgegeben wurde. Nur eine einsame Bar ist noch in Betrieb und eine Station der Küstenwache soll mit ein paar Dingos die Hauptinsel vor den Piraten der Neuzeit sichern. Bemerkenswert ist ein angrenzendes Naturreservat, in dem Flamingos zu sehen sind.

Da auch kein schöner Strand zum Baden einlädt, fahren wir nach Remedion zurück um dort noch ein wenig die Seele baumeln zu lassen. Auf dem Weg nach Remedion überholen wir einen Touristenzug, betrieben mit einer Dampflock. Er macht typisch kubanisch ein Mordsspektakel mit Pfeifen und winkenden Kubanern in den offenen Wagons.

Am Abend versucht Rainer einen Ersatz für den in irgendeinem der letzten Hostals vergessenen Steckdosenadapter zu finden. Wie befürchtet ein aussichtsloses Unterfangen in der Mangelwirtschaft. Vermutlich wird die Lösung in einem Zusammenbasteln diverser Einzelteile liegen. Das wird aber erst morgen etwas, die trostlosen staatlichen Läden schließen bereits um 17:00 Uhr. In Kuba gibt es übrigens weder ein einheitliches Steckdosensystem noch eine einheitliche Spannung. Es muss genommen werden, was angeboten wird.

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