07.08.2017 Las Terrazas und Vinares

Eine Reise in die schönste Landschaft Kubas

Der heutige Vormittag ist geprägt durch die Übernahme des Mietwagens. Da auf dem Voucher gedroht wird, dass das Anrecht auf die komplette Miete entfällt, wenn man nicht ½ Stunde vor dem vereinbarten Termin in der Agentur erscheint, sind wir um 9:30 Uhr in dem südlichen Ortsteil Havannas Miramar. Nur ein Vertreter der Mietwagenagentur nicht. Gut eine Stunde passiert nichts, dann erscheint ein Angestellter. Zusammen mit anderen deutschen Touristen versuchen wir an ein Auto zu kommen, anfangs völlig vergeblich. Nur durch unsere Blockade es Büros, als der unwillige Angestellte das Büro wieder abschließen will, nimmt er uns vier samt Gepäck zur zentralen Agentur mit. 3 ½ Stunden später nach etlichen Diskussionen und der Zahlung von Kaution, einer üppigen Versicherungsgebühr und einer Tankfüllung bekommen wir ein Auto. Interessant ist es, die Arbeitsabläufe im „sozialistischen Gang“ zu verfolgen. Aus unserer Sicht wirkt die Vorgehensweise übertrieben bürokratisch und ineffizient.

Endlich sitzen wir in unserem Mittelklassewagen (gebucht hatten wir „Economy“), einem chinesischen Modell der Marke BYD, auf dessen Auslieferungsbeginn in Europa sicher keiner wartet. Hier ist es ein Luxusgefährt.

Wir fahren auf der „Autopista 1“ Richtung Westen, bis wir nach etwa 60 Kilometern „Las Terrazas“ erreichen. 1968, in den Anfängen der Umweltbewegungen, machten sich weitsichtige Kubaner daran etwas gegen die Abholzung ihrer Wälder zu tun. Sie schufen das ökologische Projekt „Las Terraszas“, einige Gruppen von Industriearbeitern retteten gerodete Flächen durch Aufforstung vor der kompletten Zerstörung. Sie errichteten ein Öko- Dorf und ein beleibtes Naherholungsgebiet. Bald lebten hier Künstler, Musiker und Kaffeefarmer. Wir genießen die traumhafte Landschaft in einer Cafeteria und fahren zu See mit dem Bungalowdorf.

Von hier uns führt uns die „Routa Norte“ durch die immer hügeliger werdende Landschaft nach Vinales. Schneller wären wir über die Autopista in den lebhaften Ort gekommen, doch die Fahrt durch die kleinen Dörfer im Valle de Vinales ist ein Erlebnis für sich. Immer weniger Autos sind unterwegs, dafür Pferdewagen, Fahrräder, Motorräder und Nutzfahrzeuge aller Art. Bauern steuern ihre Ochsenkarren. Eine erneute Zeitreise. Die Landschaft ist üppig grün, ein Kontrast zu den fruchtbaren rostroten von Pflügen durchfurchten Feldern. Große Blüten in leuchtenden Farben sind ein Blickfang. Um Vinales bestimmen steile Kalksteinformationen das Landschaftsbild.

Wir beziehen unsere Unterkunft für die nächsten beiden Nächte. Die „Casa Particilares“ sind untereinander gut vernetzt. So hat das Hostal in Havanna für uns zwei Nächte im „Casa Nino“ in Vinales gebucht, die uns wiederrum an „Casa Pipe y Bety“ weitergereicht haben. Das Ehepaar vermietet ein Zimmer mit Bad und bekocht uns traumhaft. Da vergeht jede Lust auf einen Restaurantbesuch. Selbst einen tollen Cocktail gibt es vor dem Schlafengehen.

Am Abend überrascht mich Jost noch, in dem er auf spanisch die Unterkunft für das nächste Ziel bucht.

 

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